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Statistische Messmethoden
Kapazitiv-Messungen
Messung von Induktivitäten
Messung
kleinster Ströme
Messverfahren:
In Sensoren werden physikalische Größen in elektrische
umgeformt. So können Wege mit Hilfe von Induktivtastern in Induktivitätswerte umgewandelt, die
dann von einem Meßsystem ausgewertet werden.
Bei jeder Messung sind Störgrößen zu berücksichtigen.
Für unsere Messungen benutzen wir die unterschiedlichsten Sensoren. Als
besonders interessant hat sich das von uns zum Patent angemeldete Kapazitiv-
Messverfahren herausgestellt, da man dort mit einer einzigen Messung mehrere
physikalische Größen erfassen kann.
Dieses Verfahren lässt sich zudem in leicht abgewandelter Form auch für
Messungen an Induktivitäten und reellen Widerständen einsetzen und liefert
auch da hervorragende Messergebnisse.
Multivariate Messverfahren
Bisher war man es gewohnt, eine Messgröße mit einem Sensor zu messen (z.B.
die Temperatur an einer Stelle eines Ofens mit einem
Thermoelement). Mit zunehmender Komplexität der Messaufgaben reicht dies nicht
mehr aus. In dem Ofen können beispielsweise an zwei verschiedenen Stellen des Ofens unterschiedliche Temperaturen
gemessen werden. Das Trocknungsergebnis ist gut,
obwohl jeder der beiden Sensoren ein "Schlecht" Ergebnis anzeigt. (ein
Sensor zu hoch, der andere zu nieder)
Wird ein Prozess durch mehrere Sensoren kontrolliert, die möglicherweise noch
unterschiedliche physikalische Messgrößen aufnehmen, können die Verhältnisse
derart komplex werden, dass sie kaum noch überschaubar und keinesfalls mit einer
einfachen Gleichung darstellbar sind.
Jeder der Messwerte kann fehlerbehaftet sein, sei es durch eine fehlerhafte
Messung des Messsystems, sei es durch abweichende Umgebungsbedingungen. Wenn
jedoch genügend Messwerte vorliegen, so werden sich diese gegenseitig stützen
und es gelingen mit Hilfe eines geeigneten mathematischen Algorithmus dennoch
zuverlässige Aussagen über die gewünschten Eigenschaften.
So muss in vielen Chargen-Prozessen aus einer Vielzahl von Messwerten
letztlich ein einziges Bit extrahiert werden, nämlich die Gut/Schlecht
Entscheidung. Bei kontinuierlichen Prozessen sind die Verhältnisse etwas
anders gelagert, aber durchaus vergleichbar.
Mit Statistische Auswertemethoden wie dem Verfahren der
multivariaten Datenanalyse kann dieses Problem gelöst werden . Mit ihnen ist es in vielen Fällen möglich,
objektive Aussagen über das Verhalten von Prozessen zu gewinnen und nicht mehr
allein auf die subjektive Einschätzung der Bedienperson angewiesen zu sein.
Aus diesem Grund haben wir in unser Betriebsystem ECOS die für eine multivariate Datenanalyse notwendigen mathematischen Algorithmen integriert.
Multivariate Messverfahren sind nicht auf ein einziges Messgröße begrenzt. Die
gleiche Mathematik lässt sich auch dann einsetzen, wenn z.B. optische Sensoren
mit Kapazitiv- Sensoren kombiniert werden.
Im Prinzip wird innerhalb eines Kalibrierverfahrens eine Transformationsmatrix
berechnet. Dies kann je nach Anforderung Rechenzeiten bis zu mehreren Stunden
erfordern. Ist diese Transformationsmatrix erst einmal bekannt, so wird jeder
neue Satz von Messwerten mit Hilfe dieser Transformationsmatrix ausgewertet.
Dies ist innerhalb von einigen µs möglich, so dass dann die aufbereiteten Messwerte
in Echtzeit vorliegen.
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Kapazitivmessung
Dieses Messprinzip lässt sich zur Messung von Trocknungszuständen,
von Feuchten, von Materialstärken und von Beschichtungsstärken wie (Lack
Spinnpräparationen) einsetzen. Es arbeitet berührungsfrei und liefert auch im Produktionsprozess
on-line wichtige Messwerte.
Das Material wird durch einen Plattenkondensator geführt, dessen eine Elektrode
auf Massepotential liegen kann. Eine Kalander- Walze oder ein
Maschinenteil lässt sich als Gegenelektrode nutzen. Falls erforderlich, kann Elektrode und Gegenelektrode
benachbart sein. In diesem Fall werden die durch das Material erzeugten
Feldverzerrungen gemessen.
Eine der Elektroden wird mit einer dreieckförmigen Spannung beaufschlagt, die
andere dient als Messelektrode. Gemäß der Formel I
= C * dU/dt misst man einen rechteckförmigen Verschiebestrom, der von den
Materialeigenschaften abhängt. Falls das Material zusätzlich leitfähig ist, wird
dem durch die Kapazität verursachten konstanten Anteil ein dreieckförmiger Anteil
überlagert. Besteht das Material aus polaren Molekülen so ergeben sich hohe Verluste
direkt nach der Umkehrphase der Spannung. Ein exponentieller Stromanteil wird in
diesem Fall überlagert.
Mit unserem Messverfahren lassen sich alle drei Anteile in einem einzigen Messzyklus
ermitteln. Dazu wird der augenblickliche Stromwert an verschiedenen Stellen abgetastet.
Einen zusätzlichen Freiheitsgrad erhält man mit der Wahl der Frequenz des
Dreiecks. Man nutzt dabei, dass die Dielektrizitätskonstanten vieler Materialien
sehr stark frequenzabhängig sind. So hat Wasser bei Gleichspannung ein ε=80, bei
100 kHz nur noch etwa 1/4 dieses Wertes. Außerdem ist die DK von Wasser abhängig
von der Bindung der Wassermoleküle an den Träger.
Durch die gleichzeitige Abtastung der Messkurve an verschiedenen Stellen können sehr genaue Aussagen über den
aktuellen Zustand des Materials gemacht werden. Die Ergebnisse liegen schneller vor, als
bei den üblichen Messverfahren und sind genauer als bei Phasenmessungen. Damit
ist das Messverfahren besonders geeignet zur Online- Messung von Materialeigenschaften in
Produktionsprozessen.
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Messung eines rein kapazitiven Mediums.
Messfrequenz: 4 KHz
Obere Spur: Steuerspannung
Untere Spur: Messsignal |
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Messung von feuchtem Material obere Spur: Steuerspannung
(Stimulus-Signal)
untere Spur: Messsignal
Die Steigung am Anfang der Messkurve ist ein Maß für die Polarität, die
Amplitude in der Mitte ein Maß für
die Kapazität, die Steigung am Ende ein Maß für die Verluste des Materials. |

Messung von
Induktivitäten
Um eine Induktivität messen zu
können, muss ein Strom fließen. Da jede Spule jedoch einen reellen Widerstand besitzt,
erzeugt man durch den Stromfluss Verluste, welche das Messergebnis verfälschen.
Unsere Messverfahren versuchen derartige Störgrößen zu eliminieren oder sogar als
Nutzsignal verfügbar zu machen.
Prägt man der Spule im Meßsystem einen dreieckförmigen Strom auf, so misst man
entsprechend der Formel U=L*dI/dt + R*I eine Spannung, in die sowohl die Induktion als
auch der Widerstand von Spule und Zuleitung eingeht. Misst man nun gerade in dem
Augenblick in dem der Strom durch den 0-Punkt geht, so wird auch R*I=0 und der durch R*I
verursachte Messfehler verschwindet.
Wäre man an der Temperatur des Induktivtasters interessiert, so könnte man durch eine
zweite Messung bei einem anderen Stromwert auch diese physikalische Größe separieren.
Durch Anwendung dieses Messprinzips ist es uns möglich, Entfernungen mit Standard-
Messtastern mit Auflösungen von 1 nm zu ermitteln. (Härteprüftisch)

Messung kleinster
Ströme
Bei manchen Messaufgaben müssen kleinste Ströme mit hohen
Zeitauflösungen über längere Zeiten gemessen werden. Wir haben ein Verfahren
entwickelt, mit dem es möglich ist, Ströme von 1nA bis 10 mA (8 Dekaden) mit
Zeitauflösungen von 10 µs über mehrere Sekunden hinweg zu messen.
Das Verfahren arbeitet folgendermaßen:
Ein Messkondensator wird durch den Eingangsstrom geladen. Die Messzeit wird
in Zeitscheibchen von 100 µsec unterteilt. Ist am Ende eines Zeitscheibchens
abzusehen, dass der Kondensator im nächsten Zeitscheibchen noch nicht voll
geladen wird, so wird nichts getan. Ansonsten wird die Spannung des
Kondensators analog zwischengespeichert danach wird der Kondensator
entladen.
Während der Kondensator im nächsten Zeitabschnitt neu geladen wird, wird der
zwischengespeicherte Spannungswert digitalisiert und abgespeichert.
Mit einer integrierten Stromquelle kann die Einheit zu Beginn der Messungen
kalibriert werden
Mit Hilfe eines lokalen Netzes
kann die Baugruppe mit anderen Baugruppen sowie einem übergeordneten PC
kommunizieren.

Anwendungen
 | Messung von Materialfeuchten (Trocknungsverläufe) |
 | Messung von Lackdicken (Wasserlacke noch nicht getrocknet) |
 | Messung von Spinnpräparationen |
 | Materialstärken (Online) |
 | Spalteinstellung bei Extrudern und Beschichtungsanlagen |
In der letzten Zeit haben wir uns intensiver mit dem Einsatz der Kapazitiv-
Messtechnik im Textilbereich beschäftigt. Welche interessanten Ergebnisse es da
gibt, können Sie mit aus folgendem DownLoad entnehmen:

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Kontakt:
Dr.Weiss GmbH
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